Hausstich erklärt

FTTH-Bauweg

Als Hausstich wird im Glasfaserausbau üblicherweise der Abzweig vom öffentlichen Verteilnetz bis zum einzelnen Gebäude bezeichnet. Er umfasst den Leitungsweg über das Grundstück, nicht die spätere Verkabelung im Haus.

Illustration eines FTTH-Hausstichs vom öffentlichen Verteilnetz über das Grundstück zur Hauseinführung
Illustration: Der Hausstich verbindet den öffentlichen Glasfaser-Verteilweg mit dem Gebäude.

Was ist ein Hausstich?

Der Hausstich ist die gebäudespezifische Zuleitung vom Glasfaser-Verteilnetz bis zur Hauseinführung. Je nach Ausbaukonzept wird zunächst ein Mikrorohr verlegt und die Glasfaser später eingeblasen; in anderen Systemen kommt ein direktes Anschlusskabel zum Einsatz. Die technische Ausführung legt der Netzbetreiber fest.

Der Hausstich endet baulich an der Hauseinführung. Im Gebäude folgt der Gf-AP oder ein entsprechend benannter Hausübergabepunkt. Innenkabel, Gf-TA, ONT und Router sind nachgelagerte Komponenten und nicht Teil des Tiefbau-Hausstichs.

So läuft der Hausstich typischerweise ab

  1. Hausbegehung: Trasse, Eintrittsstelle und Montageort werden abgestimmt.
  2. Leitungsprüfung: Bekannte Strom-, Wasser-, Gas- und Telekommunikationsleitungen werden berücksichtigt; erforderliche Genehmigungen müssen vorliegen.
  3. Verlegung: Der Baupartner führt Rohr oder Kabel von der Grundstücksgrenze bis zur Hauswand.
  4. Hauseinführung: Die Gebäudehülle wird mit einem passenden System durchdrungen und wieder fachgerecht abgedichtet.
  5. Kabelmontage: Bei Mikrorohrsystemen wird die Glasfaser eingeblasen und anschließend am Gebäudeabschluss vorbereitet oder gespleißt.
  6. Dokumentation und Oberfläche: Der Verlauf wird dokumentiert; Gruben und Oberflächen werden nach Bauvorgabe geschlossen beziehungsweise wiederhergestellt.

Nicht jeder Ausbau erfolgt in einem einzigen Termin. Tiefbau, Einblasen der Faser, Montage der Hauskomponenten und Aktivierung können getrennte Arbeitsschritte sein.

Welche Verlegeverfahren gibt es auf dem Grundstück?

Verfahren Geeignete Situation Zu beachten
Offener Graben Kurze, gut zugängliche Strecke Oberfläche wird geöffnet und anschließend wiederhergestellt
Erdrakete/Bodenverdrängung Unterquerung von Garten oder befestigten Flächen Start- und Zielgrube nötig; Boden und vorhandene Leitungen müssen geeignet sein
Spülbohrung Längere oder anspruchsvolle unterirdische Querung Planung, Ortung und fachkundige Ausführung erforderlich
Nutzung vorhandener Leerrohre Durchgängiges, geeignetes Rohr vorhanden Durchmesser, Belegung, Biegeradien und Durchgängigkeit prüfen

Welches Verfahren eingesetzt wird, hängt von Boden, Länge, Oberfläche, vorhandenen Leitungen und dem Baukonzept ab. „Minimalinvasiv“ bedeutet nicht automatisch, dass überhaupt keine Öffnungen entstehen.

Was Eigentümer vor dem Termin klären sollten

  • Zugang zu Grundstück, Hauswand und geplantem Technikbereich sicherstellen.
  • Bekannte private Leitungen, Drainagen, Zisternen oder Bewässerungssysteme angeben.
  • Abgesprochene Trasse freihalten und Hindernisse vorher klären.
  • Eigenleistungen nur nach schriftlicher Abstimmung mit Netzbetreiber oder Baupartner ausführen.
  • Nach der Bauausführung Verlauf und Eintrittsstelle für spätere Arbeiten dokumentieren.

Begriffe sauber trennen

Beim FTTH-Hausanschluss heißen die optischen Komponenten typischerweise Gf-AP, Gf-TA und gegebenenfalls ONT. Der APL ist der Abschlusspunkt des klassischen Kupfer-Telekommunikationsnetzes und bezeichnet nicht den Glasfaser-Hausstich.

Häufige Fragen zum Hausstich

Gehört der Weg in der Wohnung zum Hausstich?

Nein. Der Hausstich beschreibt die gebäudespezifische Zuleitung bis zum Gebäude. Die Verteilung vom Gf-AP zur Gf-TA ist die Gebäudeverkabelung.

Bleibt Garten oder Einfahrt vollständig unberührt?

Nicht zwingend. Grabenlose Verfahren können Eingriffe reduzieren, benötigen aber oft kleine Start- und Zielgruben. Das geeignete Verfahren hängt von den örtlichen Bedingungen ab.

Kann ein vorhandenes Leerrohr genutzt werden?

Oft ja, wenn es durchgängig, ausreichend dimensioniert und für das System geeignet ist. Der Baupartner muss dies vor Ort bestätigen.

Wer legt die genaue Trasse fest?

Sie wird normalerweise bei der Hausbegehung zwischen Eigentümer und ausführendem Unternehmen abgestimmt. Technische und sicherheitsrelevante Vorgaben des Netzbetreibers bleiben maßgeblich.

Geprüfte Quellen

Fachlich geprüft am 11.08.2026. Bauverfahren und Zuständigkeiten unterscheiden sich nach Netzbetreiber und Objekt.

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