Spleißen erklärt

Glasfaser-Praxiswissen

Beim Spleißen werden zwei Glasfasern dauerhaft und möglichst verlustarm verbunden. Im FTTH-Ausbau geschieht das meist mit einem Fusionsspleißgerät – nicht mit einem gewöhnlichen Steckverbinder.

Illustration einer Glasfaser mit Steckverbinder und geschützter Spleißstelle
Illustration: Eine Spleißstelle verbindet Fasern dauerhaft; Steckverbinder bleiben lösbar.

Was bedeutet Spleißen bei Glasfaser?

Ein Spleiß ist eine dauerhafte Verbindung zwischen zwei Lichtwellenleitern. Beim heute üblichen Fusionsspleißen richtet das Gerät die vorbereiteten Faserenden aus und verschmilzt sie mit einem kontrollierten Lichtbogen. Ziel ist ein sauberer optischer Übergang mit geringer Dämpfung und geringer Reflexion.

Damit unterscheidet sich ein Spleiß von einer Steckverbindung: Ein Stecker lässt sich für Messung, Wartung oder Gerätewechsel lösen. Eine Spleißstelle bleibt dauerhaft verbunden und wird in einer Spleißkassette oder Glasfasermuffe mechanisch geschützt.

So entsteht ein Fusionsspleiß

  1. Faser freilegen: Kabelmantel, Bündelader und Faserbeschichtung werden nur im erforderlichen Bereich entfernt.
  2. Reinigen: Rückstände auf dem Glas würden Ausrichtung und Spleißqualität beeinträchtigen.
  3. Präzise brechen: Ein Fasertrenngerät erzeugt eine möglichst ebene Stirnfläche. Ein schlechter Trennschnitt kann die Dämpfung erhöhen.
  4. Ausrichten und verschmelzen: Das Spleißgerät positioniert die Fasern und verschmilzt sie per Lichtbogen.
  5. Schützen und ablegen: Ein Spleißschutz nimmt mechanische Belastungen auf; anschließend wird die Verbindung mit passenden Biegeradien in der Kassette abgelegt.
  6. Prüfen und dokumentieren: Die Geräteanzeige liefert nur eine Schätzung. Je nach Bau- und Abnahmevorgabe werden Strecke und Ereignisse zusätzlich gemessen, etwa mit Leistungsmessung oder OTDR.

Wovon hängt die Spleißqualität ab?

Einfluss Warum er wichtig ist
Saubere Faserenden Staub, Fett oder Beschichtungsreste stören den optischen Übergang.
Guter Trennschnitt Winkel oder Ausbrüche an der Stirnfläche können die Verbindung verschlechtern.
Passendes Spleißprogramm Fasertyp und Gerät müssen korrekt eingestellt sein.
Mechanischer Schutz Der Spleißschutz und die Kassette verhindern Zug, Knick und zu enge Biegeradien.
Messung Eine Abnahmemessung bewertet die reale Strecke; die Geräteschätzung allein ersetzt sie nicht.

Eine einzelne pauschale „Normaldämpfung“ ist für Verbraucher wenig hilfreich. Zulässige Werte hängen von Fasertyp, Messverfahren, Streckenplanung und Vorgaben des Netzbetreibers ab. Entscheidend ist deshalb die dokumentierte Prüfung im vorgesehenen Messkonzept.

Wo wird beim FTTH-Anschluss gespleißt?

Spleiße können im Verteilnetz, in Muffen, im Netzverteiler sowie am Gebäudepunkt vorkommen. Im Haus endet die ankommende Glasfaser je nach Netzbetreiber am Gf-AP beziehungsweise einem anders benannten Hausübergabepunkt. Von dort führt die Gebäudeverkabelung zur Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose und gegebenenfalls zum ONT. Die genaue Bauweise ist betreiberspezifisch.

Nicht selbst an aktiven Fasern arbeiten

Freie Glasfaserreste sind sehr fein, scharf und schwer sichtbar. Außerdem darf man nie in eine Faser oder einen Anschluss blicken: In Betrieb befindliche Systeme können unsichtbare Laserstrahlung führen. Spleißarbeiten und optische Messungen gehören in fachkundige Hände.

Häufige Fragen zum Spleißen

Ist ein Spleiß dasselbe wie ein Glasfaserstecker?

Nein. Der Spleiß ist eine dauerhafte Verbindung zweier Fasern. Ein Steckverbinder ist lösbar und verbindet beispielsweise Patchkabel, Dose und Gerät.

Kann ein Spleiß später repariert werden?

Ja. Eine fehlerhafte oder beschädigte Stelle kann fachgerecht getrennt und neu gespleißt werden, sofern genügend Faserreserve vorhanden ist. Deshalb werden Reserven geordnet in Kassetten abgelegt.

Zeigt das Spleißgerät die echte Dämpfung?

Es berechnet eine Schätzung aus Bild- und Prozessdaten. Eine reale Strecken- oder Ereignismessung ist davon zu unterscheiden und richtet sich nach dem Abnahmeverfahren.

Geprüfte Quellen

Fachlich geprüft am 11.08.2026. Abweichende Montage- und Messvorgaben des jeweiligen Netzbetreibers haben Vorrang.

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