Ein Router im Keller kann den Internetanschluss korrekt versorgen und trotzdem schlechtes WLAN im Wohnbereich erzeugen. Ursache ist nicht die Glasfaser- oder DSL-Geschwindigkeit, sondern der Funkweg durch Kellerdecke, Wände, Leitungen und Metall.
Warum der Keller problematisch ist
WLAN-Signale werden mit Entfernung und jedem Hindernis schwächer. Stahlbetondecken, Fußbodenheizungen, Rohrleitungen und Metallverteiler dämpfen besonders stark. Zusätzlich liegt der Keller am Rand des zu versorgenden Wohnbereichs statt in dessen Mitte.
FTTH: ONT und Router trennen
Bei einem externen ONT kann die Glasfasertechnik nahe der Gf-TA im Keller bleiben. Von dessen Ethernet-Ausgang führt eine Netzwerkleitung zum WAN-Port des Routers im Wohnbereich. So muss kein langes, empfindlicheres Glasfaser-Patchkabel durch das Haus geführt werden.
Direkter Glasfaserrouter
Wird ein Router mit integriertem Glasfasermodem verwendet, muss die passende Glasfaser bis zu seinem Standort reichen. Verlängerung, Stecker und Biegeradius richten sich nach Netzbetreiber und Hersteller. Eigenmächtige Arbeiten am passiven Netzabschluss sind nicht vorgesehen.
DSL-Anschluss im Keller
Bei DSL ist eine lange lose Telefonverlängerung vor dem Modem ungünstig. Bleibt der DSL-Router an der vorgesehenen TAE, führt besser Ethernet zu einem Access Point im Wohnbereich. Eine Änderung der fest installierten Endleitung gehört in fachkundige Hände.
Die zuverlässigsten Lösungen
- Router per Ethernet versetzen: besonders einfach hinter einem externen ONT.
- Access Point per LAN: Router bleibt im Keller, WLAN entsteht im Wohnbereich.
- Mesh mit Ethernet-Backhaul: mehrere Etagen werden kabelgebunden angebunden.
- Funk-Mesh oder Repeater: nur wenn keine Leitung möglich ist und am Zwischenstandort noch ein gutes Signal ankommt.
Warum ein Repeater im Erdgeschoss nicht immer reicht
Ein Repeater muss die Kellerdecke ebenfalls per Funk überwinden. Steht er bereits in einem Bereich mit schwachem Signal, wiederholt er eine schlechte Verbindung. Ein kabelgebundener Access Point umgeht dieses Problem.
Powerline vorsichtig bewerten
Powerline nutzt Stromleitungen und hängt stark von der Elektroinstallation ab. Die Leistung ist nicht vorhersehbar; außerdem können Powerline-Signale VDSL beeinflussen. Vor einem dauerhaften Einsatz wird die Verbindung unter realer Last geprüft.
Erfolg messen
Zuerst wird per LAN am Router geprüft, ob der Anschluss korrekt arbeitet. Danach werden WLAN-Messungen mit demselben Endgerät an den wichtigen Orten durchgeführt. Erst so lässt sich erkennen, ob Routerversetzung oder Access Point die Funkversorgung tatsächlich verbessert.
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