CRC-Fehler erklärt – was bedeuten die Fehler im Router?

Kurz erklärt: Ein CRC-Fehler zeigt, dass ein empfangener Datenblock die zyklische Redundanzprüfung nicht bestanden hat. Der Empfänger erkennt damit eine fehlerhafte Übertragung; diese Anzeige sagt aber noch nicht allein, warum der Fehler entstand oder ob Nutzer ihn bemerken.

Was CRC bei DSL bedeutet

DSL-Modems überwachen die physische Übertragung auf der Kupferleitung. Die CRC-Prüfung dient der Fehlererkennung. Stimmt der berechnete Prüfwert nicht mit dem übertragenen Wert überein, zählt das Modem einen nicht korrekt empfangenen Block. Router zeigen solche Zähler häufig getrennt für die eigene Seite und die Gegenstelle des Anbieters an.

Die zugrunde liegenden Leistungs- und Fehlermesswerte für DSL-Leitungen sind in der ITU-T-Empfehlung G.997.1 beschrieben. Die genaue Darstellung im Router ist herstellerspezifisch.

CRC, FEC und Synchronisationsabbruch unterscheiden

Anzeige Bedeutung Einordnung
FEC beziehungsweise korrigierte Fehler Fehlerkorrektur konnte die Übertragung wiederherstellen Zeigt Korrekturarbeit, nicht automatisch einen Defekt
CRC beziehungsweise nicht behebbare Fehler Empfangener Block hat die Integritätsprüfung nicht bestanden Im Verhältnis zu Zeit und Nutzung bewerten
Verlust der DSL-Synchronisation Modem und DSLAM/MSAN müssen die Verbindung neu aushandeln Deutlich schwerwiegender als einzelne Fehlerzähler
WLAN-Paketverlust Fehler im lokalen Funknetz Vom DSL-Fehlerzähler getrennt prüfen

Warum eine einzelne Zahl wenig aussagt

Ein Gesamtzähler ohne Zeitraum ist kaum vergleichbar. Nach einem Routerneustart oder einer neuen Synchronisation beginnen Werte oft wieder bei null. Außerdem unterscheiden sich Leitungslänge, DSL-Profil, Datenrate, Routermodell und Darstellung. Entscheidend sind deshalb:

  • Fehler pro Minute oder pro 15 Minuten statt nur der Gesamtstand,
  • gleichzeitige Symptome wie langsame Übertragung, Bild- oder Tonaussetzer,
  • Synchronisationsabbrüche im Ereignisprotokoll,
  • eine deutliche Veränderung gegenüber dem üblichen Zustand derselben Leitung,
  • die Zuordnung zur Teilnehmer- oder Anbieterseite, soweit der Router sie ausweist.

AVM nennt für bestimmte FRITZ!Box-Hilfetexte einen eigenen Prüfhinweis von mehr als 500 nicht behebbaren Fehlern innerhalb von 15 Minuten. Das ist eine herstellerspezifische Service-Schwelle und kein allgemeingültiger Grenzwert für jeden Router und jeden DSL-Anschluss.

Typische Ursachen für auffällige Fehler

  • lockere oder oxidierte Kontakte an DSL-Kabel oder TAE,
  • ungeeignete Verlängerungen, alte Splitter oder parallele Hausverkabelung,
  • beschädigte Endleitung zwischen APL und erster TAE,
  • Störeinflüsse durch Netzteile, Powerline oder elektrische Geräte,
  • Fehler auf der Teilnehmeranschlussleitung oder am DSL-Port,
  • defektes Modem, Router-Netzteil oder DSL-Kabel.

Der APL gehört zum kupferbasierten Signalweg. Gf-AP und ONT sind Bestandteile eines FTTH-Anschlusses und haben mit DSL-CRC-Zählern nichts zu tun.

So prüfen Sie auffällige CRC-Werte

1. Ausgangslage dokumentieren

Speichern Sie einen Screenshot mit Uhrzeit, DSL-Synchronisationsdauer, Datenrate, Störabstandsmarge sowie FEC- und CRC-Zählern. Notieren Sie gleichzeitig wahrnehmbare Störungen. Ein isolierter Zähler ohne Zeitbezug ist für die Entstörung wenig hilfreich.

2. LAN und WLAN trennen

Prüfen Sie ein Endgerät per Netzwerkkabel. Bleibt LAN stabil und nur WLAN ist betroffen, liegt die Ursache wahrscheinlich im Heimnetz. Steigen die DSL-Fehler während eines kabelgebundenen Tests stark an oder synchronisiert der Router neu, ist die DSL-Strecke relevant.

3. Verkabelung vereinfachen

Schließen Sie den Router mit einem passenden DSL-Kabel direkt an der vorgesehenen ersten TAE an. Entfernen Sie testweise nicht benötigte Verlängerungen und Adapter. Öffnen oder verändern Sie den APL nicht selbst.

4. Zeitfenster vergleichen

Vergleichen Sie mehrere gleich lange Zeitfenster: im Leerlauf, bei normaler Nutzung und während einer reproduzierbaren Störung. Prüfen Sie auch, ob die Fehler nach dem Abschalten eines verdächtigen Netzteils oder Powerline-Adapters deutlich langsamer steigen.

5. Anbieterdiagnose nutzen

Bei anhaltenden CRC-Fehlern mit merklichen Beeinträchtigungen oder Synchronisationsabbrüchen sollte der Anbieter die Leitung prüfen. Übermitteln Sie Zeitpunkte, Screenshots, Routermodell, getestete Verkabelung und die Frage, ob die Fehler auf Teilnehmer- oder Gegenstellenseite gezählt werden.

Was Sie nicht vorschnell tun sollten

  • nicht allein wegen eines hohen Gesamtzählers Hardware kaufen,
  • keine universellen CRC-Grenzwerte aus fremden Routermodellen übertragen,
  • nicht mehrfach hintereinander neu starten und damit den Verlauf löschen,
  • DSL-Stabilitätseinstellungen nicht wahllos verändern,
  • nicht am APL oder an Netzkomponenten des Betreibers arbeiten.

Weiterführende Artikel

Wenn die Verbindung tatsächlich neu synchronisiert, lesen Sie DSL bricht ständig ab. Fehlt die Synchronisation vollständig, hilft DSL synchronisiert nicht. Den Anschlussweg erklärt Teilnehmeranschlussleitung (TAL).

FAQ

Sind einzelne CRC-Fehler normal?

Einzelne erkannte Fehler können auftreten. Relevant wird der Zähler vor allem, wenn er in kurzer Zeit stark steigt und gleichzeitig Übertragungsprobleme oder Synchronisationsabbrüche auftreten.

Sind FEC-Fehler schlimmer als CRC-Fehler?

Nein. FEC zeigt, dass die Fehlerkorrektur gearbeitet und Daten wiederhergestellt hat. CRC beziehungsweise nicht behebbare Fehler kennzeichnen dagegen Blöcke, deren Integritätsprüfung fehlgeschlagen ist.

Kann Powerline DSL stören?

Powerline nutzt elektrische Leitungen und kann je nach Gerät, Verkabelung und Frequenznutzung Störungen verursachen. Ein zeitlich kontrollierter Test ohne Powerline hilft bei der Eingrenzung; daraus folgt nicht automatisch, dass jedes Powerline-System die Ursache ist.

Quellen

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