Fachlich eingeordnet
XGS-PON ist ein symmetrisches passives optisches Zugangsnetz mit nominal 10 Gbit/s in beide Richtungen. Die PON-Leitungsrate ist nicht mit einer garantierten Tarifrate pro Kunde gleichzusetzen.
XGS-PON erklärt
XGS-PON ist in ITU-T G.9807.1 spezifiziert. Wie bei GPON verbindet ein OLT über passive Splitter mehrere Teilnehmergeräte. „X“ steht für 10 Gigabit, „S“ für symmetrisch. Kompatible OLT-Ports, ONTs beziehungsweise Router und die Provisionierung des Netzbetreibers sind erforderlich. GPON- und XGS-PON-Geräte sind nicht allein wegen identischer Stecker austauschbar.
Technische und praktische Einordnung
| Aspekt | Bedeutung |
|---|---|
| Standard | ITU-T G.9807.1 |
| Nominale Leitungsrate | 10 Gbit/s Downstream und 10 Gbit/s Upstream |
| Topologie | Punkt-zu-Mehrpunkt mit passiven Splittern |
| Kundengerät | XGS-PON-kompatibles ONU/ONT oder integriertes Modem |
| Tarif | Individuell provisioniert; nicht automatisch 10 Gbit/s pro Anschluss |
Was in der Praxis wichtig ist
Vor einem Gerätewechsel muss der Anbieter die direkte Endgerätekompatibilität bestätigen. Für Tarife oberhalb 1 Gbit/s müssen außerdem WAN-/LAN-Ports, Ethernetkabel, Switches und Endgeräte ausreichend schnell sein. Ein 1-Gigabit-LAN-Port begrenzt sonst den nutzbaren Durchsatz unabhängig vom PON.
Häufige Fehlannahmen
- 10 Gbit/s PON-Leitungsrate als garantierte Kundendatenrate ausgeben.
- GPON-ONT an XGS-PON ohne Kompatibilitätsprüfung weiterverwenden.
- Nur auf die Glasfaserbuchse statt auf Standard und Provisionierung achten.
- Mehrgigabit-Tarif mit Gigabit-LAN messen und den PON verantwortlich machen.
Häufige Fragen
Ist XGS-PON immer schneller als GPON?
Die Plattform bietet mehr symmetrische Leitungsrate. Der konkrete Anschluss hängt aber von Tarif, Auslastung, Geräten und Heimnetz ab.
Brauche ich einen neuen Router?
Für direkte XGS-PON-Nutzung oder Mehrgigabit-Tarife kann kompatible Hardware nötig sein. Hinter einem Anbieter-ONT muss der Router vor allem den erforderlichen Ethernet-WAN-Durchsatz unterstützen.
Hinweis
Arbeiten und Gerätewechsel am optischen Netzabschluss erfolgen nach den Vorgaben des Netzbetreibers.